Boss ME-80 Test: Multieffektgerät für die E-Gitarre

Geht es um Gitarreneffekte gehört Boss seither zu den ganz großen Mitstreitern dieser Branche und genießt bei Gitarristen aus allen erdenklichen Genres einen besonders guten Ruf. Ganz besonders die Multieffektgeräte der ME Reihe bestechen durch ihre intuitive Bedienung und ihren vielfältigen Klang. Abgerundet wird dieses Bild durch einen wirklich sehr angemessenen Preis. Ein Grund mehr das Boss ME-80* einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und es auf „Herz und Nieren“ in unserem Boss ME-80 Test zu überprüfen.

Hier geht es direkt zum Boss ME-80*.

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Design und äußerliches Erscheinungsbild

Das Boss ME-80 kommt in einem Bosstypischen, schnörkellosen Design daher und ist mit Maßen von 447 x 231 x 91 mm im Vergleich zu seinen Vorgängern etwas größer. Dem Attribut kompakt wird das ME-80 dennoch gerecht, und passt auch problemlos in durchschnittlich dimensionierte Taschen und Rucksäcke, was den reisenden Gitarristen sicherlich freuen dürfte.
„Bosstypisch“ ist auch die äußerst solide Verarbeitung dank eines Metallgehäuses. Dieses sollte selbst den brachialsten Füßen standhalten.

Lediglich die Potentiometer sowie die Fußpedale und das Expressionpedal sind aus Plastik. Doch auch diese vermitteln einen äußerst robusten Eindruck und haben auch bei besonders wilden Live Performances bestand. Einzig die Größe der Fußpedale und des Expressionpedals könnten den Livemusiker vor Probleme stellen. Besonders das Expressionspedal ist eher für dezentere Fußgrößen konzipiert worden. Nichtsdestotrotz schafft die geschickte Anordnung der Fußpedale selbst dem ungeschicktesten Fuß genügend Platz zum hantieren.

Boss ME-80 Test: Die Anschlüsse des Multieffektgeräts

Was Anschlüsse anbetrifft hat das ME-80 einiges zu bieten. Neben dem standardmäßigen (Guitar-) Input sowie zwei Outputs (Left / Right Output) sind einige nützliche Zusätze zu finden:

Ein Kopfhörerausgang und auch ein Auxiliary Input (beide im Miniklinkenformat) erweitern das Boss ME-80 um einige Anwendungsmöglichkeiten. So hat der Nutzer beispielsweise die Möglichkeit, Musik und ähnliche Klänge mittels Smartphone, MP3 Player oder ähnlichen Gerätschaften direkt über das ME-80 abzuspielen.

Zu bedauern ist lediglich, dass Boss beim ME-80 auf einen internen Send / Return verzichtet hat. Dadurch bleibt dem experimentierfreudigen Gitarristen das Einschlaufen eines externen Preamps leider verwehrt.

Besonders hervorzuheben ist der USB-Port, der die Einbindung des ME-80 an einen Computer ermöglicht. So kann der moderne Gitarrist das ME-80 beispielsweise als Interface zweckentfremden, was gerade dem Festhalten plötzlicher Kreativitätsschübe enorm dienlich ist.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, das auf der Boss Internetseite verfügbare Boss Tone Central zu downloaden. Das Boss Tone Central dient in erster Linie als digitale Managersoftware für das ME-80. So entsteht die Möglichkeit diverse Presets vorzuhören und diese bei Bedarf direkt auf das Effektgerät überzuspielen. Ein Feature, das in unserer digitalen Welt auf keinen Fall fehlen sollte und sich auch als extrem angenehm und nützlich erweist.

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Stromversorgung des ME-80 im Boss ME-80 Test

Die meisten Multieffektgeräte beziehen ihren benötigten Strom in der Regel durch ein externes Netzteil. Beim Boss ME-80 ist das nicht anders, nur dass sich leider ein solches Netzteil nicht im Lieferumfang befindet. Darüber trösten auch die sechs mitgelieferten 1,5 V AA-Batterien nicht hinweg. Denn ehe die Spielfreude ihren Zenit erreicht hat, werden sich diese auch schon verabschiedet haben. Deshalb ist der Kauf eines 9V-Netzteils unabdingbar.

Praxisteil: Boss ME-80 in der Anwendung

Nun aber zum wirklich wichtigen Teil. Wie schlägt sich das ME-80 in der praktischen Anwendung? Um es kurz zu fassen: Super!

Die Bedienung ist meistens intuitiv und macht das Benutzerhandbuch in erster Linie überflüssig. Aufgebaut ist das Bedienkonzept aus einer Reihe einzelner Effektsektionen.

Dabei stehen sieben Sektionen zur Verfügung, die einzigartige Effektkonfigurationen garantieren.

  • Die COMP/FX1 Sektion macht den Anfang. Und wie der Name schon verrät, wird es dem Anwender dort ermöglicht, sich auf den dynamischen Aspekt des Klangs zu fokussieren. So hat man dort beispielsweise die Möglichkeit den Gitarrensound mithilfe eines Kompressors zu verfeinern oder auch Gebrauch von einem Octaver beziehungsweise einem so genanten Defretter zu machen.
  • Die zweite Sektion OD/DS widmet sich vor allem den verzerrten Klängen. Zur Auswahl stehen elf verschiedene Verzerrermodi, die von leicht angezerrten Bluessounds bis zu zerstörerischen Metalsounds alles beinhalten.
  • Die Preampsektion, wie sollte es anders auch sein, dient als Emulation bekannter Verstärkertypen und ermöglicht dem Nutzer dabei den Klang mithilfe verschiedener Parameter wie Bass, Treble und Middle zu formen. Neun Verstärkermodelle werden hierbei emuliert.
  • Eine EQ/FX1 Sektion ermöglicht besonders präzise Klangeingriffe, und kann einem vielleicht zu trockenem Gitarrenklang eine gewisse Brillanz verleihen.
  • Eine MOD Sektion darf natürlich unter keinen Umständen fehlen. Hier hat der experimentelle Anwender die Möglichkeit, aus allen gängigen Modulationseffekten zu wählen und seinem Klang damit eine einzigartige Note zu verleihen. Neben einem Chorus und Flanger stehen unter anderem auch ein Rotaryeffekt und ein Pitch Shifter zur Verfügung.
  • Wer aus seinem Klang eine Klanglandschaft zaubern will, sollte auf keinen Fall auf die Delay- und Reverbsektion verzichten. Wo die Delaysektion an flexiblen Parametern überzeugt, fehlt es der Reverbsektion allerdings und so kann man dort nur die Art des Halls und die jeweilige Intensität bearbeiten. Das „Sahnehäubchen“ stellt dabei der Looper der Delay Sektion, mit einer Aufnahmedauer bis zu 38 Sekunden dar.

Die Effekte und Ampsimulationen bestechen allesamt durch ihre zahlreichen editierbaren Parameter und ihre Vielfältigkeit. In der Anwendung äußert sich das an einer wahren Freude am experimentieren und erarbeiten von Presets.

Boss ME-80 im Test: Klang und Sound

Auch was den Klang anbetrifft ist das ME-80 ein wahres Goldstück. Alle Effekte klingen angenehm neutral und ausgewogen. Sie sind es, die den Sound des ME-80 ausmachen. Einzig und allein die Preampsektion weist klangliche Schwächen auf.

Was als liebevolle Emulation der bekanntesten Verstärkermodelle gedacht war, erweist sich in der Praxis leider zu häufig als flach und unlebendig. Daran kann auch die eigens von Boss kreierte, viel umjubelte COSM-Technologie nichts ändern.

Wer das ME 80 vor einer DI-Box einschlauft und direkt über die PA betreibt darf auf einen neutralen und stabilen Klang zählen. Wer klanglich etwas mehr Charakter und Tiefe schaffen möchte, kann das Boss ME-80 natürlich auch über einen Amp betreiben. Besonders bei dieser Anwendung überzeugt das ME-80 außerordentlich und schafft einen wirklich sehr lebendigen und homogenen Gitarrenound.

Fazit zum Boss ME-80 Test

Das Boss ME-80* ist ein wahrer Allrounder, der nicht zuletzt durch sein gut durchdachtes und intuitives Bedienungskonzept punktet. Die schier endlosen Effekttypen und Variationen laden den Nutzer zum kreativen Klanfgtüfteln und nachstellen bekannter Presets ein. Da es sich um ein Multieffektgerät des Herstellers Boss handelt, ist der Qualitätsstandard ebenfalls sehr hoch.

Für wahre Klangästheten klingt das ME-80 vielleicht hier und da etwas zu trocken und charakterlos. Dennoch sollten Gitarristen, die auf einen vielfältigen und ausgewogenen Klang setzen, am ME-80 ihre größte Freude haben. Wir halten also als Fazit zum Boss ME-80 Test fest: Eben ein wahrer Gitarristenfreund zu einem super Preis-Leistungs-Verhältnis!

PRO:

+ Klanglich extrem vielfältig
+ Intuitives Bedienkonzept
+ Einfache Anbindung an den PC/MAC
+ Auch als Interface verwendbar
+ Sehr solides Konstruktionsdesign

CONTRA:

– Kein Netzteil im Lieferumfang enthalten
– Fußpedale etwas zu klein dimensioniert

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