Saitenstärke Westerngitarre

In dem nachstehenden Artikel werden wir das Thema Saitenstärke Westerngitarre eingehend beleuchten. Denn die richtige Saitenstärke der Westerngitarre zu finden, ist nicht immer einfach. Es gibt verschiedene Aspekte, die Sie bei der Wahl der richtigen Saitenstärke beachten sollten.

Alles Stahl oder was? Die richtige Saitenstärke für die Westerngitarre

Auch Saiten werden alt. Schmutz, Korrosion, Materialermüdung – das Spielen lässt die Saite altern und irgendwann klingt sie stumpf. Spätestens jetzt wird es Zeit, an einen Saitenwechsel zu denken – doch welche Saite nehmen?

Materialkunde: von Bronze und Phosphor

Einen wichtigen Unterschied in der Klangfarbe einer Saite macht die Wahl des verwendeten Materials. Auch wenn man bei der Westerngitarre von Stahlsaiten spricht, besteht die Umwicklung der Saite aus Bronze, und das ist wiederum eine Mischung aus Kupfer und Zinn, in unterschiedlichem Verhältnis zusammengesetzt.

Die zwei wichtigsten Saitentypen sind:

  • Reine Bronze (auch 80/20 Bronze genannt, da hier der Kupferanteil 80 Prozent und der Zinnanteil 20 Prozent beträgt): Sie sind die Standardbesaitung der meisten Westerngitarren. Diese Saiten klingen sehr hell, metallisch und durchsetzungskräftig. Eine etwas seltenere Variante davon gibt es mit dem Verhältnis 85/15, diese sollen etwas weicher klingen und mehr Sustain besitzen. Hier geht es zu den Bronze Saiten für Westerngitarren.*
  • Phosphor Bronze: Bei diesen Saiten wird der Bronze noch ein kleiner Anteil Phosphor dazu gemischt. Dadurch klingen diese Saiten etwas weicher und seidiger als die Saiten aus reiner Bronze, und besitzen mehr Obertöne. Außerdem ist die Phosphorlegierung etwas widerstandsfähiger gegen Korrosion und sollte somit länger halten. Hier geht es zu den Phosphor Bronze Saiten für Westerngitarren.*

Langlebigkeit durch Beschichtung

Saitenstärke Westerngitarre

Die Wahl der richtigen Westerngitarre Saite ist entscheidend für ein angenehmes Spielgefühl Bildnachweis: © Matt M. / flickr.com, 2009 Lizenz: CC2.0

Um die Haltbarkeit der Saiten noch weiter zu verbessern, hat die Firma Elixir eine bahnbrechende Erfindung gemacht: die Saiten werden mit einer hauchdünnen Schutzschicht aus Kunststoff überzogen und hindern so den Schmutz daran, sich zwischen den empfindlichen Windungen festzusetzen. Das funktioniert tatsächlich sehr gut. Diese Saiten sind zwar deutlich teurer, müssen aber auch wesentlich seltener gewechselt werden. Allerdings klingen sie auch etwas metallischer und steifer als unbeschichtete Saiten, und haben ein leicht „seifiges“ Spielgefühl, das nicht jedermanns Sache ist.

Die beschichteten Elixir Saiten für Westerngitarren finden Sie hier.*

Auch die anderen großen Firmen haben mittlerweile Saiten mit längerer Haltbarkeit im Programm, so z.B. die Lifespan-Saiten von Martin*, oder auch die ebenfalls empfehlenswerten EXP von D’Addario*.

 

Dick oder dünn: die richtige Saitenstärke für die Westerngitarre finden

Alle Saitentypen gibt es in unterschiedlichen Stärken zu kaufen. Um die Sätze leicht unterscheiden zu können, ist es üblich, diese nach der Stärke der hohen e-Saite (in Zoll gemessen) zu bezeichnen. Die wichtigsten Saitenstärken für die Westerngitarre sind:

10er (0,010 Zoll) Extra Light
11er (0,011 Zoll) Custom Light
12er (0,012 Zoll) Light
13er (0,013 Zoll) Medium

Grundsätzlich gilt: je dünner die Saite, desto dünner der Klang, aber desto leichter die Bespielbarkeit. Der Klang der Westerngitarre entsteht durch die Schwingung der Saite, welche wiederum die Decke der Gitarre in Schwingung versetzt. Je dicker die Saite ist, desto stärker ist sie gespannt, und desto mehr Kraft kann sie auf die Decke ausüben, um ihr den optimalen Ton zu entlocken. Insofern sind 10er Saiten, obwohl sie sich sehr leicht spielen lassen, nicht wirklich empfehlenswert. Sie klingen extrem dünn und reißen auch sehr leicht. 13er Saiten wiederum sind so stark gespannt, dass man schon sehr kräftige und unempfindliche Finger braucht, um diese ermüdungsfrei spielen zu können. Im Allgemeinen wird man sich zwischen 11er und 12er Saiten entscheiden und hier versuchen, den für sich selbst besten Kompromiss zwischen Bespielbarkeit und Klang zu finden.

Wenngleich die verschiedenen Hersteller von Gitarrensaiten die Saitensätze bunt mischen, können aus der unten stehenden Tabelle die gewöhnlichsten und meist verwendeten Saitensätze entnommen werden.

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Extra Light.010.014.023.030.039.047
Custom Light.011.015.022.032.042.052
Light.012.016.024.032.042.053
Light-Medium.012.016.024.035.045.056
Medium.013.017.026.035.045.056

12 Saitige Westerngitarren

Bei 12-saitigen Gitarren gilt alles oben gesagte ebenfalls mit Ausnahme der Saitenstärke. Da zwölf Saiten insgesamt erheblich stärker an der Decke ziehen, muss man hier in der Stärke heruntergehen, sonst könnte der hohe Zug der Gitarre schaden. Somit sind 10er Saiten hier der Standard und selbst 09er Saiten sind im Handel erhältlich.

Fazit zu Saitenstärke Westerngitarre – die richtige Wahl

Eigentlich ist die Saitenwahl für die Westerngitarre recht übersichtlich. Es empfiehlt sich, mit einem 11er Satz zu beginnen und sich je nach klanglicher Vorliebe für Bronze (hell, klar, metallisch) oder Phosphor Bronze (seidiger, differenzierter) zu entscheiden. Wer schon kräftigere Finger hat, kann versuchen mit 12ern etwas mehr Klang aus der Gitarre herauszuholen. Und wer ungern die Saiten wechselt, kauft sich gleich die beschichtete Variante. Zum Abschluss unseres Artikels „Saitenstärke Westerngitarre“ möchten wir ebenfalls erwähnen, dass Sie Ihre Saiten gut pflegen und immer nach dem Spielen gründlich abwischen sollten. So lässt sich nämlich dadurch auch die Lebensdauer verlängern!

Hier können Sie sich einen guten Überblick über die gebräuchlichsten Saiten für Westerngitarren machen.*

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