Westerngitarre Test 2017

Kennst du auch dieses Gefühl: du benötigst eine neue Gitarre, hast sogar schon für dich entschieden, dass es eine Westerngitarre werden soll, doch irgendwie weißt du nicht genau, worauf du achten solltest und bist aufgrund der großen Auswahl überfordert? So ging es mir, als ich meine erste Westerngitarre kaufen wollte. Bei der unendlich großen Vielfalt konnte ich keinen Durchblick erlangen: Martin Guitars, Larrivée, Taylor, TakamineGibson und so weiter. Alles Hersteller, von denen ich gehört hatte und zumeist viel Gutes. Aber welches Modell nun wählen? Welche Materialien sind wichtig und wie wirken sich unterschiedliche Formen auf den Klang aus?

Westerngitarre Test 2015

Bildquelle: Stephan Landgraf / pixelio.de

Wir wollen versuchen, diese Fragen im Artikel zum Westerngitarre Test zu klären, um euch bei der Auswahl zu helfen. Damit alle Leser den gleichen Wissensstand haben, fangen wir ganz vorne an. Die Westerngitarre (auch Folkgitarre gennant) ist eine moderne Form der Gitarre, die sich aus der klassischen Gitarre entwickelt hat. Ein wesentlicher Unterschied zu dieser besteht darin, dass die Westerngitarre mit Stahlsaiten bespannt wird, um einen klareren und vor allem lauteren Sound hervorbringen zu können. Darüber hinaus ist der Korpus einer Westerngitarre meist anders geformt und verbalkt.

Geschichte der Westerngitarre

Von der klassischen Akustikgitarre bis hin zur Westerngitarre sind vor allem zwei wichtige Veränderungen zu nennen. In Amerika stieg die Nachfrage nach lauteren Gitarren, die auch vor einem größeren Publikum und im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten auch noch gut hörbar waren. Bereits um 1850 setzte sich bei deutschen Gitarrenbauern in den USA das sog. X-bracing (Kreuzverbalkung) durch, das bei einem größeren Gitarrenkorpus den Klang dieser Gitarren stabilisierte und klarer machte. Der Erfinder des X-bracings ist bis heute unbekannt. Sehr erfolgreich mit diesem Gitarrentyp war jedoch die Firma C. F. Martin & Co., die von dem Deutschen Christian Frederick Martin 1833 in den USA gegründet wurde und bis heute qualitative Gitarren herstellt. Selbige Firma setzte sich auch Anfang der 20er mit dem Bau von Westerngitarren durch, die mit Stahlsaiten bespannt wurden. Westerngitarren von Martin aus dieser Zeit bis etwa zu den 40er Jahren werden heute von Musikern und Kennern als Instrumente einer „goldenen Ära“ betrachtet und erzielen hohe Preise auf dem Markt. Die Entwicklung der Westerngitarre an sich ist seit dieser Zeit weitgehend abgeschlossen, jedoch haben sich einzelne Formen der Westerngitarre weiter entwickelt.

 

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Materialien einer Westerngitarre

Tonhölzer

Für Westerngitarren werden üblicherweise die gleichen Hölzer benutzt wie für klassische Akustikgitarren. Es werden dabei verschiedene weiche wie auch harte Tonhölzer verwendet. Unterschiedliche Fichten wie die deutsche Fichte, Sitkafichte oder die Engelmann Fichte sind hervorragende Deckenhölzer, ähnlich gut eignen sich Redwood und Zedernarten. Für Boden- und Zargenholz, das immer aus einem anderen Material als das Deckenholz besteht, eignen sich dagegen klassicherweise u.a. Palisander, Mahagoni, Maple und Walnuss.

Stahlsaiten

Grundsätzlich besteht bei den meisten Saiten für Westerngitarren der Kern aus Stahl, wobei die Ummantelung aus unterschiedlichen Legierungen besteht. Es gibt allerdings auch Saiten, die keinen Stahlkern besitzen, diese Saiten sind aber relativ selten anzutreffen. Die häufigsten Formen der Stahlsaiten sind aus Bronzestahl oder Phosphorbronzestahl. Es gibt aber auch sog. Silk and Steel Saiten. Für Akustikgitarren sind Bronzestahlsaiten wohl am beliebtesten. Es gibt sie in 80/20 und 85/15 Legierungen (80%/85% Kupfer, 20%/15% Zinn). Sie liefern einen brillianten, scharfen Sound. Die 85/15er klingen dabei noch etwas obertonreicher und hallen länger nach.

Eine Variante dieser Bronzesaiten sind Saiten mit einem kleinen Anteil (etwa 0,5%) an Phosphor. Dadurch wird der Sound etwas wärmer und weicher, vor allem aber hält der brilliante Klang der Gitarren länger an, der sonst schon nach einigen Wochen allmählich verloren geht. Silk and Steel Saiten haben eine Silberummantelung und den Ruf für Anfänger zu sein, da sie deutlich weniger Druck benötigen und viel leiser und weicher klingen. Sie nutzen sich außerdem schnell ab und sind zudem teurer. Nickelstahlsaiten sind dagegen seltener bei akustischen Gitarren, da sie sich eher für elektronische oder halbakustische Gitarren eignen.

Für weitere Informationen zu Westerngitarrensaiten und deren Stärken könnt ihr an dieser Stelle mehr nachlesen.

Klang einer Westerngitarre

Westerngitarren Test

Bildquelle: Sergej23 / pixelio.de

Generell kann man sagen, dass Westerngitarren in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen keinen einheitlichen Klang haben. Dennoch lässt sich ihr Sound am besten in Abgrenzung zur klassischen Akustik-Gitarre erklären. Westerngitarren sind heute bei so gut wie jeder populären Musik im Radio und TV zu hören. Der Grund dafür liegt vor allem am Klang, da Lautstärke durch Tonaufnahme und Nachbearbeitung heute kein Problem mehr darstellen. Die Stahlsaiten der Westerngitarren sorgen für einen lauteren, schärferen und klareren Sound als Gitarren mit Nylonsaiten, die im Gegensatz einen weicheren, geschmeidigeren und etwas stärker vibrierenden Klang erzeugen können. Während letztere Gitarren vor allem im Jazz, Blues, Flamenco etc. eingesetzt werden, werden Westerngitarren vor allem für Pop– und Rock-Songs genutzt. Der klare, scharfe Klang der Westerngitarren passt sowohl zu den klaren Gesangsstimmen des Pops als auch zu energievollen Gitarrenriffs und Solos in eher rockigen Songs.

Formen der Westerngitarre

Grand Concert

EPIPHONE MASTERBILT EF-500RCCE Elektroakustische Gitarren Folk Elektro-Akustik

Grand Auditorium

Taylor 314ce · Westerngitarre

Jumbo

Gibson J-200 Standard Vintage Sunburst Akustikgitarre, PickUp, Jumbo, mit Tasche

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Dreadnought
Die Dreadnought Gitarre ist derzeit die verbreiteste unter den Westerngitarren. Sie zeichnet sich durch einen tieferen Korpus aus, dessen oberer Teil jedoch kleiner und weniger ausgeprägt ist als bei anderen Westerngitarren. Aufgrund dieses vergleichsweise keilförmigen Aussehens hat die Dreadnought ihren Namen erhalten, der ursprünglich ein Kriegsschiff mit eben dieser Form bezeichnete. Diese Gitarrenform wurde von dem Gitarrenhersteller Martin erfunden, um mehr Resonanz für tiefere Klänge erzeugen zu können. Die D-28 von Martin ist ein klassisches Beispiel für eine Dreadnought-Gitarre. Jimmy Page, der Gitarrist der legendären Rockband Led Zeppelin hat einige Zeit auf einer speziell für ihn angefertigten D-28 gespielt, bis sie 2013 für rund 30.000€ verkauft wurde.

Grand Concert (00 bzw. Double-Oh) und Grand Auditorium (000 bzw. Triple-Oh)
Die Grand Concert ist die Westerngitarre, die der klassischen Akustikgitarre am nächsten steht. Korpus und Proportionen beider Gitarren sind nahezu identisch, auf die Grand Concert wurde lediglich das Bauprinzip mit Stahlsaiten angwandt, das heißt stabilere Wirbel, Sattel und Stege. Bei der Grand Auditorium handelt es sich um den nächsten Entwicklungsschritt. Die 000 ist in ihren Proportionen etwas größer, das heißt etwas tiefer und breiter im Korpus, um lauter, tiefer und voller klingen zu können. Viele Gitarren dieses Typs sind außerdem an der Rückseite des Korpus konvex ausgestaltet, um den Klangkörper tiefer auszugestalten, ohne ihn an den Kanten zu vergrößern, was sich negativ auf Komfort und Spielbarkeit auswirken würde. Das Ergebnis dieser Bauweise ist bei der 00 ein balancierter Ton, der bei der 000 etwas gegenüber Lautstärke und Bass-Resonanz einbüßt. Beispiel für die 00 ist die X-12 Serie, für die 000 die X-14 Serie von Taylor. Eric Clapton spielt seit Ewigkeiten mit einer 000, die von Martin speziell für ihn angefertigt wurde.

Jumbo
Eine Jumbo ist größer als eine Grand Auditorium, wobei die Proportionen mehr oder minder die gleichen sind. Sie wurde ähnlich wie die Dreadnought entwickelt, um mehr Resonanz für tiefere Töne zu liefern, erreicht jedoch eine höhere Lautstärke und mehr Nachhall. Ihr Ton wird auch als sehr voll und reich beschrieben. Das bekannteste Beispiel für eine Jumbo ist wohl die J-200 von Gibson.

12-Saitige Westerngitarre
Eine Gitarre mit 12 Saiten erzeugt einen reicheren und mehr schellenden Ton als eine normale Westerngitarre. Normalerweise sind die Saiten so arrangiert, dass jeweils zwei aufeinanderfolgende Saiten ein Paar bilden und einen kleinen Abstand zum nächsten paar haben. 12-saitige Westerngitarren wurden und werden vor allem dann eingesetzt, wenn das Instrument einen voluminösen „fetten“ Sound liefern soll. Dabei ist es so, dass zu den Saiten E A D und G jeweils eine Oktavsaite dazu kommt, die jeweils dünner als die „normale“ Saite ist. Sowohl die H-Saite als auch die hohe E-Saite werden dabei verdoppelt, bekommen aber keine zusätzliche Oktaverhöhung. Grund dafür ist, dass diese beiden Saiten ohnehin viel Zugkraft aushalten müssen und die Saiten nicht noch dünner werden können.
Cutaway
Alle Bauarten gibt es auch in der Form eines Cutaways. Einem Cutaway fehlt ein oberer Teil des Korpus am Gitarrenhals auf der linken oder rechten Seite. Dies erleichtert den Zugang zum Gitarrenbund, besonders bei höheren Tönen. Ein Cutaway verändert das Volumen des Körpers und hat daher erhebliche Unterschiede im Ton eines Instrumentes zur Folge. In der Regel klingen Cutaways schärfer und höher, aber weniger voll als normale Gitarren, was nicht unbedingt negativ sein muss.

Für wen eignen sich Westerngitarren?

Wie fast immer gilt natürlich auch bei dieser Frage, dass sich keine pauschalen Empfehlungen aussprechen lassen, individuelle Präferenzen und Ansprüche entscheiden letzten Endes so gut wie immer. Grundsätzlich kann man aber natürlich Tendenzen abgeben. Wie der Name Folk- oder Westerngitarre schon andeutet, eignen sich Westerngitarren für Folk- und Country-Strömungen in der Musik, sie beschränken sich allerdings nicht darauf. Viele Singer/Songwriter nutzen ebenfalls hauptsächlich Westerngitarren, das Spektrum reicht letztlich von sanften, klaren Liedern bis zu energievollen, rockigen Balladen. Wenn man Anhänger dieser Bandbreite an Musik ist und diese Musik auch gerne spielen möchte, ist man bei Westerngitarren grundsätzlich richtig.

Die Gitarrenform sollte vor allem durch eigene Bedürfnisse geklärt werden.

Will man vor einem größeren Publikum spielen? Hat man eine tiefe oder hohe Stimme? Spielt man mit anderen Musikern zusammen?

Welcher Gitarrentyp es letztlich sein wird, lässt sich letzten Endes nur durch Ausprobieren entscheiden. Ob Westerngitarren auch etwas für Anfänger sind, ist dagegen eine andere Frage. Die Stahlsaiten haben eine viel höhere Spannung und sind widerständiger als Nylonsaiten. Blutigen Anfängern werden die Finger daher schon nach wenigen Minuten schmerzen. Durch Silk and Steel Saiten lässt sich dieser Effekt zwar etwas beheben, doch diese Saiten kosten auch einiges mehr.

Aber keine Angst: Jeder fängt irgendwann einmal als Anfänger an. Beim Spielen mit einer Westerngitarre bedeutet es letztlich, dass in den ersten Wochen kürzere Sessions eingelegt werden sollten, ehe man sich dann langsam steigert. Aus persönlichen Erfahrungen kann ich sagen, dass man schneller Fortschritte macht, als man denkt!

Fazit zum Westerngitarre Test

In unserem Artikel zum Westerngitarre Test haben wir verschiedene Aspekte von Westerngitarren beleuchtet:

  • Historie,
  • Materialien,
  • Klang und
  • Formen.

Uns (gitarrensaiten-test.de) ist an dieser Stelle völlig klar, dass man die Vielfalt der Westerngitarren und die Komplexität der Kaufentscheidung kaum abbilden kann. Wir können nur Empfehlungen im Rahmen des Artikels Westerngitarre Test aussprechen und bestimmte Modelle vorstellen, die wir aufgrund eines tollen Preis-Leistungsverhältnisses, des Sounds, der hochwertigen Materialien und Verarbeitung oder der positiven Kundenrezensionen empfehlen können. Einen Aspekt haben wir bisher noch nicht berücksichtigt: den Preis einer Westerngitarre. Den Anfängern raten wir dabei erst ein günstigeres Modell zu „testen“. Sowohl die Hersteller Yamaha, Seagull, Fender und Sigma bieten günstige und überaus beliebte Modelle für den Einsteiger. Fortgeschrittene und Profis werden sicherlich bei den teureren Gibson, Taylor, Lakewood, Blueridge, Takamine oder Martin Guitars Modellen fündig.

Unsere Empfehlungen im Westerngitarre Test

In der nachstehenden Übersicht sind verschiedene Westerngitarrenmodelle abgebildet, die wir empfehlen. Aber verschafft euch selbst einen besseren Überblick!

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